Hufkurs für Pferdehalter

Ihr seid eine Stallgemeinschaft, ein Reitverein oder eine Gruppe interessierter Pferdebesitzer und wollt ein bisschen mehr über Hufe erfahren?

Ihr wollt selber verstehen was da am Pferd passiert und was man als Pferdehalter dagegen machen kann?

Euer Hufbearbeiter erzählt euch Dinge, die ihr nicht nachvollziehen könnt?

Sprecht mich bei Bedarf an!

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Alles wird teurer…

Liebe Kunden!

Schlechte Nachrichten. Der Preis von 40 Euro für eine Hufbearbeitung steigt für Neukunden ab sofort auf 50 Euro.

Bestandskunden haben Glück, da ändert sich der Preis erst ab dem 1.1.2023.

Es sind nicht nur die gestiegenen Dieselpreise sondern auch die steigenden Preise für die Arbeitsmaterialien (Raspeln, Messer und was man sonst noch so braucht) Grund für meine Erhöhung.

Vielen Dank für euer Verständnis!

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Röntgen der Zehe beim Pferd

Wenn man einfach mal das Internet durchforstet, dann findet man die Röntgenverordnung für Pferde, die 2018 novelliert wurde und vielerlei Erklärungen dazu, wie zum Beispiel diese hier vom Thieme Verlag

Der Röntgenstandard für die Ankaufsuntersuchung sieht interessanterweise keine 0° Aufnahme mehr vor, in den Standards der einzelnen Praxen wird sie aber bei Lahmheit oder Reheverdacht gottseidank noch aufgeführt.

Sie macht aber nur dann Sinn, wenn beide Beine des Pferdes gleichmäßig belastet werden und somit die Röhrbeine senkrecht stehen. Dann lässt sich die Knochenachse beurteilen und man kann sehen, ob alle Knochen gerade übereinander stehen oder ob Gelenke schief belastet werden.

Wenn also jetzt ein Pferd lahm ist, und man den Tierarzt oder eine Klinik aufsucht, dann sollte immer zunächst eine Anamnese erhoben werden. Also was ist passiert? Wie lange lahmt es schon? Lahmt es im Schritt oder nur im Trab? Nur auf der Kreisbahn oder auch auf der Geraden? Ist es eine Hangbein- oder eine Stützbeinlahmheit und so weiter und so weiter.

Danach kommt eine klinische Untersuchung. Also das Pferd mal anfassen und abfühlen, ist es irgendwo dick, warm, unbeweglich, schmerzhaft oder sonst irgendwie auffällig. Zur klinischen Untersuchung gehört auch das Vorführen im Schritt und Trab auf hartem (oder ggfs. weichem) Boden.

Meistens hat der Tierarzt dann schon einen Verdacht. Diesen Verdacht muss man mit weiteren Methoden ein- oder ausschließen.

Zum Beispiel könnte man mittels Leitungsanästhesie vom Huf aufwärts die einzelnen Strukturen betäuben und sehen, wann die Lahmheit nicht mehr sichtbar ist um den Anfangsverdacht zu verifizieren.

Anschließend kommen weitere Untersuchungen zum Einsatz:

Mittel der Wahl bei allen Sehnenverletzungen ist der Ultraschall, bei Knochenbrüchen das Röntgen.

Wenn der Verdacht Richtung Lahmheit aus dem Huf geht, sollte man zunächst 2 Röntgenbilder standardmäßig machen. Eins von der Seite im 90° Winkel und eins von vorne im 0°Winkel. So kann man erkennen, ob eine anatomisch auffällige Struktur auch wirklich da ist und ob sie z.B. innen oder außen am Huf liegt.

Eine Oxspring- Aufnahme macht nur beim Verdacht des Hufrollensyndroms wirklich Sinn und sollte dann die 3. Aufnahme sein.

Die Skylineaufnahme, von hinten in die Fesselbeuge, während das Pferd auf der Röntgenplatte steht, ist ebenso eine Aufnahme des Strahlbeins und somit z.B. beim Verdacht auf Hufrehe überflüssig.

Wichtig ist: ein sauberer, ausgekratzter Huf ohne Hufeisen. Für eine Topaufnahme sind die Strahlfurchen mit Knetmasse gefüllt, die Strahlspitze, die dorsale Zehenwand und der Kronrand mit etwas metallischem markiert. Beide Hufe stehen auf gleich hohen Holzklötzen, das Pferd steht ruhig (oder wird sediert), der Tierarzt verwendet ein Stativ oder stellt die Kamera auf den Boden.

Das sind die Idealbedingungen für ein schönes (aussagekräftiges) Röntgenbild.

Aber man sollte bedenken: Ein Pferdbein besteht aus Knochen, Sehnen, Muskeln, Bändern, Gelenkkapseln, Faszien, Gefäßen, Nerven und Haut. Alles davon kann weh tun oder verletzt sein. Die Tatsache, dass man auf dem Röntgenbild nichts sieht, heißt nicht, dass da nichts ist. Ein Röntgenbefund bedeutet nicht, dass dieser auch gleichzeitig die Krankheit ist.

Auch ein Pferd kann gleichzeitig Läuse und Flöhe haben. Also einen Röntgenbefund, der gar kein Problem macht und gleichzeitig einen Sehnenschaden, den man auf dem Röntgen gar nicht sieht.

Erst beim Verdacht auf Weichteilverletzungen kommt ein MRT zum Einsatz.

Auf keinen Fall sollte das Röntgen die Anamnese und/oder die klinische Untersuchung ersetzen.

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Bilder zu den Gedanken

  1. Aufnahme 90°

hier eine nicht optimale Aufnahme, aber auch nicht ganz schlecht. Die Gelenkspalten sind nicht klar, die Gleichbeine und das Fesselbein zeigen, dass die Aufnahme nicht streng seitlich gemacht wurde.

2.Aufnahme 0°

so sollte sie etwa aussehen

3. Aufnahme Oxspring

Alles an dieser Aufnahme ist superscharf, außer dem Strahlbein, um das es bei diesem Röntgenbild geht.

4. Aufnahme Skyline

Aufnahmen, deren Sinn bisher nicht zweifelsfrei ermittelt werden konnte (falls es jemand erklären kann bin ich für eine Nachricht dankbar):

sieht im Wohnzimmer an der Wand schön aus. Wozu das Bild gemacht wurde, bleibt unklar, zumal das Pferd vorne links gelahmt hat.
Auch hier ein Bild, dessen Sinn sich mir nicht erschließt
gleiches hier
ein wirklich mal superscharfes Bild, aber warum ohne vollständiges Hufbein?
aufgrund dieses unscharfen Bildes mit schiefem Röhrbein wurde dem hier 6jährigen Pferd bescheinigt, es würde wohl nie ein Reitpferd werden mit diesen schiefen Gelenken. Gottseidank hat die Besitzerin nicht auf den Tierarzt gehört.

weitere Beispiele folgen in Kürze

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Gedanken zum Röntgen

Im Ursprungsberuf bin ich Krankenschwester und in den vergangenen 25 Jahren war ich 3 Jahre in der Orthopädie und 22 Jahre u.a. im chirurgischen und unfallchirurgischen OP tätig. Die ersten 13 Jahre an einer Uniklinik und danach noch 9 Jahre an einem kleineren Haus im ambulanten OP.

Im Laufe der Jahre habe ich sehr viele Röntgenbilder, CTs und MRTs gesehen und einige intraoperative Röntgenbilder selber angefertigt. Eine Pflichtfortbildung für uns ist der Strahlenschutzkurs, der alle 5 Jahre verlängert werden muss. („Röntgenschein“)

Seitdem ich mich mehr mit Hufen beschäftige, begegnen mir immer öfter Röntgenbilder von Pferdebeinen und Hufen, die technisch einfach schlecht sind und daher nicht für eine seriöse Diagnostik verwendet werden sollten.

Da sieht man verwackelte Bilder (ganz locker aus der Hüfte geschossen – denn ein Stativ nimmt im Auto zu viel Platz weg ), unscharfe Bilder, bei denen der Fokus des Zentralstrahls falsch eingestellt wurde (jeder der schon mal ein Foto mit einer Spiegelreflexkamera im manuellen Modus gemacht hat, weiß was gemeint ist). Ja, auch beim Röntgen gibt es eine Autofokusfunktion, die nicht immer funktioniert.


Röntgenbilder, die nicht streng seitlich aufgenommen sind und keine glatten Gelenkflächen zeigen und noch dazu das Bild aus der 0° Ebene fehlt, lassen einfach keine seriösen Aussagen zu.

Da werden nicht beide Hufe auf gleich hohe Klötze gestellt, sondern nur einer und das andere Bein (im Idealfall) hoch gehalten, was dazu führt, dass Röhrbeine nicht senkrecht stehen und Gelenke schief belastet werden.

Über all das könnte man vielleicht noch lachen, wenn es nicht für den Besitzer so teuer wäre und am Ende von diesen Bildchen noch eine Diagnose für das Pferd abhängt, die nicht selten über Leben und Tod entscheidet.

Da hilft es auch nicht, wenn Tierärzte auf Nachfrage sagen: das machen wir immer so.

Natürlich ist es viel verlangt, wenn so ein Tierarzt nicht nur Facharzt für alle erdenklichen Leiden sein soll und das am besten für alle Tierarten. Natürlich kann er das nicht sein.

Und natürlich ist er auch kein Facharzt für Röntgen und Röntgenbilder gehören für viele auch nicht zum täglichen Geschäft.

Auf Röntgenbildern etwas zu erkennen, erfordert viel Übung und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Da habe ich in meiner Berufslaufbahn einige Mediziner getroffen, die das nicht hatten.

Daher frage ich mich, warum man dann nicht einfach sagt: Du Pferdebesitzer, ich habe zwar ein Röntgengerät und ich weiss auch, wie es angeht, aber ich bin da nicht so der Spezi, fahr doch lieber hier und da hin (oder ruf den Kollegen xy an), der ist da viel besser drin.

Im Humanbereich vollkommen normal, im Tierbereich noch nie erlebt.

im 2. Teil dieses Gedankenspiels werde ich in Kürze auch noch ein paar Röntgenbilder zeigen, die das getippte bebildern.

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meine Ausbildung

Im Jahr 1 nach C (orona) entschied ich mich dafür, etwas Zeit und Geld in Fortbildung zu investieren und da lag es nahe, eine Weiterbildung für Hufe zu machen (da ich die meiner eigenen Pferde schon einige Jahre selber machte).

So durchforstete ich das Weltweitweb auf der Suche nach Ausbildungstätten und war kurz drauf total verwirrt. Nimmt man das eine oder das andere? Macht es Sinn bei fortbestehen dieses Virus einen Präsenzkurs zu nehmen und welche Ausbildungsrichtung ist überhaupt sinnvoll.

Mein damaliger Supporter war eine Huforthopädin, also schaute ich da als erstes.Ok, nicht so schlecht, etwas weit weg, aber mal sehen, was es noch gibt. Zig Angebote von nur Online in 3 Wochenenden bis zu viel mehr Tagen zum bald 5stelligen Preis. Puh…

Dann fiel mir Annelie Michels ein, ich hatte sie schon mehrmals im Stall gesehen und kannte einige Menschen, die ihre Pferde bei ihr bearbeiten ließen. Also dachte ich mir: google doch mal nach Ihr, vielleicht kannst du sie anrufen und sie um Rat fragen, wo man denn am besten eine Ausbildung machen könnte. Ein paar Klicks später war klar: Wie geil ist das denn… die bietet selber eine Ausbildung an. Die ist bezahlbar und auch gar nicht so weit weg. Ups… und die fängt auch schon ziemlich bald an. Also habe ich mal flugs eine Bewerbung geschrieben und hatte ein paar Tage später einen Vertrag in der Post. Jetzt – im Jahr 2 nach C – habe ich meine 50 Mitfahrtage absolviert und werde im Herbst – so denn nichts dazwischen kommt – bei der #GdHK meine Prüfung machen. Ich blicke zurück auf ein Jahr voller Strapazen und einem Ordner voller Zettel und gefühlt unendlichem Wissen.

Jedes 2. Wochenende im Westerwald 2 Tage Theorie anhören. Über alles… Entwicklungsgeschichte, Rassen und ihre spezifischen Probleme, Morphologie, Anatomie, Fütterung, Sättel. Sättel? Verdammt, warum eigentlich Sättel? Schon immer ist mir klar, dass Lahmheiten natürlich nicht immer nur von unten, sondern auch schon mal von oben kommen, aber es macht absolut Sinn, es dem Pferdebesitzer auch erklären zu können, denn nicht jeder sieht das genauso.

Bei jedem Modul einen schriftlichen Test über das Modul davor. Und Annelie ist gemein. Sie will, dass man es versteht und nicht nur auswendig gelernt hat. Das ist natürlich nur für den Moment gemein, im Grunde ist es super und bringt einen weiter. Und dann noch diese ganzen Mitfahrtage. Während denen man nicht nur am Pferd arbeiten muss, sondern auch noch gequizzt wird. Und natürlich findet sie immer noch was, was noch besser sein kann. Ein Bögelchen wo keins sein soll… ein Knubbel, ein Eckelchen oder wie in meinem Fall: Fitzelchen. Sie ist wirklich sehr pingelig und das ist gut so.

100te von Fragen, die man hat und die man Tag und Nacht stellen kann und immer eine fundierte Antwort bekommt. Ich habe nicht den Eindruck, dass Annelie etwas weiß, was sie einem nicht auch irgendwann mal erklärt hat. Die Frage ist ja auch nicht unbedingt die des Verstehens, sondern die der praktischen Umsetzung. Und so sind es zig Hufe, die man bearbeitet, die meisten sind lebend, manche auch tot. Da übt man dann ganz am Anfang die ersten unbeholfenen Schnitzer mit dem Messer und später dann Spezialitäten wie den Umgang mit der Hauklinge oder der Proxxon. Jeder, der mich kennt, hat – gewollt oder ungewollt – gehört, wie toll diese 8 Monate waren. Und bei sehr vielen sage ich immer wieder: lern das doch auch.

Ich selber habe 10 Jahre gebraucht um diesen Schritt zu gehen und so werde ich mein Umfeld sicher noch ein Weilchen damit nerven und hoffentlich für ein paar weitere Hufpfleger nach BPHC sorgen.