meine Ausbildung

Im Jahr 1 nach C (orona) entschied ich mich dafür, etwas Zeit und Geld in Fortbildung zu investieren und da lag es nahe, eine Weiterbildung für Hufe zu machen (da ich die meiner eigenen Pferde schon einige Jahre selber machte).

So durchforstete ich das Weltweitweb auf der Suche nach Ausbildungstätten und war kurz drauf total verwirrt. Nimmt man das eine oder das andere? Macht es Sinn bei fortbestehen dieses Virus einen Präsenzkurs zu nehmen und welche Ausbildungsrichtung ist überhaupt sinnvoll.

Mein damaliger Supporter war eine Huforthopädin, also schaute ich da als erstes.Ok, nicht so schlecht, etwas weit weg, aber mal sehen, was es noch gibt. Zig Angebote von nur Online in 3 Wochenenden bis zu viel mehr Tagen zum bald 5stelligen Preis. Puh…

Dann fiel mir Annelie Michels ein, ich hatte sie schon mehrmals im Stall gesehen und kannte einige Menschen, die ihre Pferde bei ihr bearbeiten ließen. Also dachte ich mir: google doch mal nach Ihr, vielleicht kannst du sie anrufen und sie um Rat fragen, wo man denn am besten eine Ausbildung machen könnte. Ein paar Klicks später war klar: Wie geil ist das denn… die bietet selber eine Ausbildung an. Die ist bezahlbar und auch gar nicht so weit weg. Ups… und die fängt auch schon ziemlich bald an. Also habe ich mal flugs eine Bewerbung geschrieben und hatte ein paar Tage später einen Vertrag in der Post. Jetzt – im Jahr 2 nach C – habe ich meine 50 Mitfahrtage absolviert und werde im Herbst – so denn nichts dazwischen kommt – bei der #GdHK meine Prüfung machen. Ich blicke zurück auf ein Jahr voller Strapazen und einem Ordner voller Zettel und gefühlt unendlichem Wissen.

Jedes 2. Wochenende im Westerwald 2 Tage Theorie anhören. Über alles… Entwicklungsgeschichte, Rassen und ihre spezifischen Probleme, Morphologie, Anatomie, Fütterung, Sättel. Sättel? Verdammt, warum eigentlich Sättel? Schon immer ist mir klar, dass Lahmheiten natürlich nicht immer nur von unten, sondern auch schon mal von oben kommen, aber es macht absolut Sinn, es dem Pferdebesitzer auch erklären zu können, denn nicht jeder sieht das genauso.

Bei jedem Modul einen schriftlichen Test über das Modul davor. Und Annelie ist gemein. Sie will, dass man es versteht und nicht nur auswendig gelernt hat. Das ist natürlich nur für den Moment gemein, im Grunde ist es super und bringt einen weiter. Und dann noch diese ganzen Mitfahrtage. Während denen man nicht nur am Pferd arbeiten muss, sondern auch noch gequizzt wird. Und natürlich findet sie immer noch was, was noch besser sein kann. Ein Bögelchen wo keins sein soll… ein Knubbel, ein Eckelchen oder wie in meinem Fall: Fitzelchen. Sie ist wirklich sehr pingelig und das ist gut so.

100te von Fragen, die man hat und die man Tag und Nacht stellen kann und immer eine fundierte Antwort bekommt. Ich habe nicht den Eindruck, dass Annelie etwas weiß, was sie einem nicht auch irgendwann mal erklärt hat. Die Frage ist ja auch nicht unbedingt die des Verstehens, sondern die der praktischen Umsetzung. Und so sind es zig Hufe, die man bearbeitet, die meisten sind lebend, manche auch tot. Da übt man dann ganz am Anfang die ersten unbeholfenen Schnitzer mit dem Messer und später dann Spezialitäten wie den Umgang mit der Hauklinge oder der Proxxon. Jeder, der mich kennt, hat – gewollt oder ungewollt – gehört, wie toll diese 8 Monate waren. Und bei sehr vielen sage ich immer wieder: lern das doch auch.

Ich selber habe 10 Jahre gebraucht um diesen Schritt zu gehen und so werde ich mein Umfeld sicher noch ein Weilchen damit nerven und hoffentlich für ein paar weitere Hufpfleger nach BPHC sorgen.

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