Eisenabnahme beim Galopper

Zu diesem 18 jährigen Vollblüter, der in seinem früheren Leben auch Rennen lief, wurde ich gerufen, da er sich ein Eisen abgetreten hatte und der Schmied nicht mehr erreichbar war.

Dieser hatte das Eisen in die nach aussen umgeklappte Wand eingeschlagen, so dass man es mit der Wand hätte wegnippern können.

Die Hufe waren wirklich sehr platt, in der Ansicht von hinten sieht man, dass die Sohle sich nach aussen wölbt (wenn auch etwas kontrastarm)

Das Pferd lebte anfangs in Easyboot Clouds mit wechselnden Einlagen (blau – weiss und schwarze Myfreedm Einlagen) und wurde zu Beginn jede Woche bearbeitet.

Mittlerweile ist er auf einem 5-Wochen Rhythmus, die Besitzerin raspelt mit.

27 jährige Trakehnerstute

Im Juni 22 habe ich eine Freundin überredet, bei ihrer (zu dem Zeitpunkt lahmen) Stute die Eisen abzumachen und die Hufe zu verbessern. Der Schmied hatte die Zehe immer sehr lang gelassen und so kam es, dass sie eines Tages stolperte, sich überschlug und damit direkt in die Rente ging.

Trotz dass eine namhafte Klinik kurz nach der Eisenabnahme erklärte, die Hufe müssten dringend wieder beschlagen werden, der Klinikschmied aber erklärte, sie wären jedoch viel zu kurz zum Beschlagen, kam die Stute mit Schuhen zurecht.

Hier kamen im Wechsel Easyboot Cloud und Equine Fusion zum Einsatz, die irgendwann abtrainiert wurden und später trug die Stute nur noch beim Spazieren gehen Flexboots.

Sie wurde 31 Jahre alt. Die Besitzerin hat mittlerweile auch Barhufbearbeitung gelernt.

21-jährige PRE Stute

Zu dieser wunderbaren Stute wurde ich deshalb geschickt, weil sie bei mir im ortsansässigen Reitstall stand.

Ein Pferd mit einer langen Krankengeschichte, die nach den Erzählungen jede Klinik in der Umgebung und auch jeden Tierarzt schon persönlich kennt.

Etliche Male wurde sie gegen den Willen der Tierärzte auf Wunsch der Besitzerin nicht eingeschläfert.

29-jährige Stute

Bei dieser 29-jährigen Stute besteht die Fehlstellung „schon immer“.

Im unteren Bild sieht man schon, dass das neu gewachsene (etwas dunklere Horn) ohne Achsknickung nachwächst.

Zwischen den beiden Bildern wurden die Hufe im Abstand von 4 Wochen bearbeitet.

Mittlerweile raspelt die Besitzerin mit und wir konnten das Intervall auf 8 Wochen verlängern.

27-jähriger Wallach

nach 3 Monaten noch nicht alles super, aber viel besser

Dieser heute 27-jährige Wallach hatte eine Sportkarriere im Alter von 5-8 Jahren und wurde dann mit der Diagnose Hufrolle in Rente geschickt. Die Bilder dokumentieren einen Verlauf von 3 Monaten.

Das Pferd hatte an allen Hufen Probleme mit tiefer mittlerer Strahlfurche, die jetzt durch konsequentes Tamponieren durch die Besitzerin alle geschlossen sind. An allen Hufen Zwanghufe, kaputte Außenwände, untergeschobene Trachten, herausgedrückte Ballen und Achsknickungen. An diesem Huf besonders schlimm und diese ist auch bisher nicht vollkommen weg, aber deutlich besser geworden.

Das Pferd wird alle 4 Wochen bearbeitet.

Seit 3 Monaten bekommt das Pferd kein Mineralfutter mehr.

Warum Hufe wässern?

damit das nicht passiert

und das ist ja noch das harmloseste, was passieren kann.

Messer sind nicht dafür gemacht, Marmor zu schneiden… oder Stein… oder knüppelharten Strahl oder wie auf dem Bild passiert: knüppelharte Eckstreben. Da hat beim Hebeln der Knochen gehalten und der Griff verloren. Könnte auch andersrum ausgehen.

Mit roher Gewalt geht schon mal ein Messer kaputt, oder ein Bearbeiter, oder ein Pferd. Da rutscht man ab und das eben noch stumpfe Messer hinterlässt einen Cut im Arm. Ja, Schnittschutz am Arm ist sinnvoll, aber bei über 40 Grad auch nicht gerade angenehm. Also sieht man nach einem Sommer aus wie ein Borderliner mit Selbstzerstörungstendenzen.

Es könnte aber auch (v.a. am Hinterbein) gut die Sehne zerschneiden, denn allzuviel Gewebe ist da nicht drüber, das dem Messer etwas entgegensetzen kann.

Aber da steht dann der Besitzer und sagt: ich musste noch nie einweichen. Ja, der alte Bearbeiter hat das mit der Flex gemacht.

Kann man machen, ist aber unter Umständen auch nur mittelschön. Das Netz ist voll von Bildern. Jeder möge selber googlen.

Ich verwende einen Geradschleifer von Milwaukee, der ist halt nur laut, aber dafür effektiv und einigermaßen ungefährlich. Mit Leckschale finden 96% der nicht gewässerten Pferde das ganz ok.

Einige Pferdebesitzer lehnen den Leckschalenzuckerwahnsinn ab, möchten nicht wässern und auch nicht die Pferde erziehen. Da kann man dann eigentlich nichts sinnvollles mehr tun, ausser mit der Hauklinge gerade das schlimmste beseitigen. Das mögen aber auch nicht alle.

Diese 4% haben gute Chancen, sich einen neuen Bearbeiter zu suchen, denn der Job ist ja eh nicht leicht, bei über 30° schon gleich gar nicht.

Hufbearbeitung wird so nur teuer, ist aber nicht gut. Wenn es schön werden soll, dann sollte man die Notwendigkeit als Pferdebesitzer erkennen.

diese Wasserglocken (wie Sprungglocken aber innen mit Fleeceähnlichem Stoff) funktionieren besser als erwartet! Erhältlich in den gängigen Reitsporthäusern für um die 12 Euro/Paar. Das Fjordpferd im Bild passt perfekt in Größe M, ein Warmblüter braucht L

Hufe baden (am besten mit Seifenwasser)
Handtücher mit Seifenwasser
ein effektiver Eigenbau
eine Möglichkeit um das Stehen auf nassen Badematten verständlich zu machen

Liebe Pferdebesitzer, bitte sorgt dafür, dass die Hufe eurer Pferde in einem bearbeitungsfähigen Zustand sind, wenn es sehr lange warm und zu trocken war. Das kann auf folgende Arten geschehen:

  • Hufschuhe mit einem nassen seifigen/Weichspülergetränkten Schwammtuch auslegen und dieses wenigstens 1 Stunde einwirken lassen
  • Pferdeäpfel in den Hufschuh legen und da dann Wasser dazu schütten (bisschen ekelig)
  • in einer Sprühflasche Weichspüler (50:50) oder Kernseife in Wasser auflösen und damit mehrmals am Tag der Bearbeitung die Hufe sohlenseitig einsprühen. Bitte benutzt KEINE SENSITIVEN Seifen oder Weichspüler, das Tensid macht die Arbeit und bei sensitiven Produkten ist besonders wenig enthalten!
  • einen hochflorigen Badezimmerteppich oder ein dickes Badetuch mit Seifenwasser tränken und das Pferd drauf stellen. Allerdings ist das die uneffektivste Maßnahme auf der nach oben offenen Skala!

Bitte bedenkt dass zu harte und unelastische Hufe für das Pferd auch unangenehm sind, da diese nicht mehr die nötige Flexibilität haben und so zu Fühligkeit führen können.

Idealerweise haben Pferde in ihrem Lebensraum ein Wasser- oder Schlammloch, wo sie einmal täglich durch laufen müssen. Dies kann z.b. auch feuchter Boden rund um die Tränke sein.

Ist eine Bearbeitung auf Grund zu harter Hufe mit dem Messer nicht möglich, muss diese z.B. mit einem Elektrogerät passieren. Akzeptiert das Pferd diese Art der Bearbeitung nicht, kann an diesem Tag keine oder nur eine eingeschränkte Hufbearbeitung stattfinden.

Der Versuch der Hufbearbeitung wird trotzdem normal berechnet.

Vielen Dank für dein Verständnis!

Was man als Pferdebesitzer auch im Schrank haben sollte

oder: was ich immer mal wieder gerne empfehle

(natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne dass ich für die Schleichwerbung Geld bekomme)

Ich verlinke immer auf die Homepage des Herstellers, den jeweils günstigsten Verkäufer sollte jeder tagesaktuell selber ergooglen.

pro-huf-eifel.de
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